Warum sich offene Stellen mit internationalen Bewerbern häufig schneller besetzen lassen

​Viele Recruiter, insbesondere auch IT-Recruiter, beklagen verständlicherweise lange Besetzungsdauern. Ich verzichte in diesem Zusammenhang ganz bewusst auf die englischen Fachbegriffe, da diese nicht eindeutig definiert sind.

Wenn man genauer auf die Besetzungsdauer schaut, ist es vor allem wichtig, auf den Endzeitpunkt zu blicken bzw. sich zu überlegen, wodurch er definiert sein sollte. Für viele Recruiter endet er mit dem Tag der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags. Dann geht der zukünftige Mitarbeitende häufig in den Verantwortungsbereich des zukünftigen Vorgesetzten über.

Da es aber heutzutage immer häufiger vorkommt, dass Mitarbeiter ihre unterschriebenen Arbeitsverträge nicht erfüllen und zum ersten Arbeitstag erst gar nicht erscheinen, halte ich es für sinnvoller, für die Besetzungsdauer als Endzeitpunkt den ersten Arbeitstag zu setzen.

Gute Leute sind auf dem heimischen bzw. inländischen Arbeitsmarkt in der Regel über formelle Kündigungsfristen länger gebunden. Daher können zwischen Unterzeichnung eines Arbeitsvertrags und dem geplanten offiziellen Arbeitsbeginn beim neuen Arbeitgeber schnell 6 oder 9 Monate vergehen.

Und genau aus diesem Grund lassen sich offene Stellen mit internationalen Bewerbern auch häufig schneller besetzen, vor allem in der IT bzw. Software-Entwicklung. Dafür gibt es mehrere Gründe, von denen ich nun die wichtigsten anführe:

  1. Internationale Bewerber sind generell offener für Angebote (zumindest, wenn Sie grundsätzliches Vertrauen gegenüber dem Angebot bzw. dem Recruiter haben).
  2. Internationale Bewerber sind selbst an einem schnellen Wechsel (nach Deutschland bzw. ins Ausland) interessiert.
  3. Internationale Bewerber unterliegen häufig wesentlich kürzeren Kündigungsfristen als in Deutschland oder finden ansonsten mit ihrem bisherigen Arbeitgeber praktikable Lösungen, so dass sie schnell zur Verfügung stehen.

Wer eine offene Stelle über internationale Bewerberinnen und Bewerber besetzen lässt, dem kann eine spezialisierte internationale Personalvermittlung meistens in sehr kurzer Zeit mehrere qualifizierte Personen präsentieren.

In der Vergangenheit war dann lediglich der Visaprozess ein ärgerliches Nadelöhr. Dies hat sich jedoch seit dem 01.03.2020 sehr positiv verändert. Denn das Fachkräfteeinwanderungsgesetz bietet mit dem beschleunigen Fachkräfteverfahren nun ein Instrument, das die Besetzungsdauer noch einmal signifikant verkürzt.

Zumindest in nicht reglementierten Berufen wie der Software-Entwicklung oder dem Ingenieurwesen lassen sich offene Stellen daher oft wesentlich schneller mit internationalen Bewerberinnen oder Bewerbern besetzen als mit solchen vom inländischen Arbeitsmarkt.

Über den Autor

Dr. Lars Holldorf. Experte, Autor & Wissensführer im Bereich Auslandsrekrutierung.

Er betreibt zudem den Podcast „Faktor Personal“, der insbesondere Mitgliedern der Geschäftsführung das Thema Personal näherbringt.

In der Praxis hat er immer wieder gesehen, dass bei der internationalen Personalgewinnung nicht nur die Rekrutierung wichtig ist, sondern insbesondere auch interkulturelle Vorbereitung, Onboarding und Integration.

“Im gemeinsamen Workshop mit Dr. Lars Holldorf haben wir unsere strategische Ausrichtung im Bereich Auslandsrekrutierung noch weiter schärfen können und haben auch viele neue Anregungen erhalten. Ich kann Herrn Dr. Holldorf als Experten in diesem Feld ganz klar weiterempfehlen.”

- Arno Fuhrmann, Leiter Departement Personalentwicklung, Alexianer Verbund (Münster) -

“Der Experten-Lehrgang Auslandsrekrutierung ist für uns die perfekte Unterstützung beim Aufbau von eigenem Expertenwissen und der Etablierung professioneller Strukturen in der gesamten Auslandsrekrutierung.”

- Dr. Bernd Runde, Geschäftsführer Niels-Stensen-Kliniken (Osnabrück) -

Ratgeber
5 Tipps wie Sie Ihre offenen Stellen nachhaltig mit internationalen Software-Entwicklern besetzen